Namenstage

Was haben der Sankt Martinstag und der Nikolaustag gemeinsam? Beides sind Namenstage und liturgische Gedenktage für ihren jeweiligen Namenspatron. Für den Namen Martin ist dies beispielsweise der 11. November, für den Namen Nikolaus wiederum der 6. Dezember eines jeden Jahres.

In einigen orthodoxen und katholischen Ländern bzw. Regionen hat die Feier des Namenstages einen höheren oder zumindest gleichen Stellenwert, wie die Feier des Geburtstages. Dabei gestaltet sich die Feier des Namenstages ähnlich, wie eine Geburtstagsfeier. Der Person, welche Namenstag hat, werden von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten Geschenke überbracht. Insbesondere in Ordensgemeinschaften werden nicht die Geburtstage von dessen Mitgliedern gefeiert, sondern der Gedenktag des Namensstifters des Ordens gemeinschaftlich begangen.

Liturgische Gedenktage von Heiligen finden ihren Ursprung bereits vor mehreren tausend Jahren. Im Zuge der Ausbreitung des Christentums außerhalb des römischen Reiches etablierten sich christliche Vornamen als unterscheidende Merkmale von Menschen. Zumeist standen diese auch als Zeichen einer besonderen Verbindung zum jeweils namensstiftenden Heiligen. Die Geburtstage der Menschen hingegen waren zu dieser Zeit oftmals gar nicht bekannt.

Im Mittelalter wurden die Menschen dann überwiegend am Tag nach der Geburt getauft. Hierbei wurde dem Täufling häufig der Name des jeweiligen Tagesheiligen gegeben. Das Datum der Taufe war zugleich der Namenstag und dieser wurde im Kirchenbuch niedergeschrieben. So ist beispielsweise belegt, dass Martin Luther am 10. November 1483 geboren und am Folgetag - dem Sankt Martinstag - getauft wurde. Aufgrund seiner Taufe am 11. November erhielt er den Namen des Tagesheiligen Martin von Tours.

Infolge des Konzils von Trient legte die römisch-katholischen Kirche fest, dass Pfarrer Sorge dafür zu tragen hätten, dass den Kindern in ihren Pfarrgemeinden keine lächerlichen Namen gegeben werden. Gleichfalls waren Namen, die ihren Ursprung in Sagen fanden, verpönt. Wenn irgend möglich, sollten den Kindern die Namen von Heiligen gegeben werden.

Selbst in der Zeit der Gegenreform nahm die Bedeutung des Namenstages in der katholischen Kirche weiter zu. Auch um sich von den Protestanten deutlich abzugrenzen, sollten sich die Katholiken regelmäßig und in festlicher Weise der innigen Verbindung mit ihrem Namenspatron vergewissern. Die katholische Kirche bevorzugte in dieser Epoche verstärkt die Feier des Namenstages und gab diesem den Vorzug gegenüber einer Feier des Geburtstages.

Die Anzahl der Heiligen im katholischen Namenskalender übersteigt die Anzahl der Tage eines Jahres um ein Vielfaches. Daher gibt es für einen Kalendertag oftmals mehr als einen Namenspatron. Zudem gibt es für eine Vielzahl von Namen gleich mehrere heilige Namensstifter. So sind beispielsweise - neben dem 11. November (Namenspatron: Martin von Tours) - auch der 13. April (Namenspatron: Papst Martin I.) und der 3. November (Namenspatron: Martin de Porres) Namenstage für den Namen Martin. Das Datum für die Feier des Namenstages hängt in diesen Fällen davon ab, nach welchem Heiligen der jeweilige Namensträger benannt ist.

Die Namenstage für den deutschen Sprachraum finden sich im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet. Dieser stellt die deutsche Erweiterung des liturgischen Kalenders der katholischen Kirche dar. In Ausdehnung des Allgemeinen Römischen Kalenders, enthält die Erweiterung auch zahlreiche Gedenktage von Heiligen, welche in der heute deutschsprachigen Region tätig waren. Die Namenstage für den deutschsprachigen Raum finden Anwendung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in einigen Bistümern, wie beispielsweise Luxemburg, Metz und Straßburg.

Gegenüber dem katholischen Namenskalender, weisen die Heiligenkalender der orthodoxen Kirche und der evangelischen Kirche Abweichungen auf. So stellt beispielsweise der evangelische Namenskalender zwar ein vergleichbares Verzeichnis zum katholischen Namenskalender dar. Jedoch sind in diesem nicht die Namen von Heiligen vermerkt. Stattdessen finden sich hier vorwiegend die Namen von Persönlichkeiten aus der vorreformatorischen Zeit sowie von Protestanten. Der evangelische Namenskalender wurde erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entworfen und besitzt daher nicht die historische Bedeutsamkeit seines katholischen Pendants.

Mit dem Schwinden der Bedeutung von Kirche und Religion, hat in Deutschland auch der Namenstag viel von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Zumeist wird er nur noch in Regionen begangen, die von einer vorwiegend katholischen Bevölkerung geprägt sind. Hierzu zählen insbesondere die Bundesländer im Süden Deutschlands.

Anders sieht die Situation in einigen europäischen Nachbarländern aus. So beispielsweise in Polen. Hier werden die Geburtstage vorwiegend von Kindern gefeiert. Erwachsene hingegen feiern bis in die Gegenwart ausgiebig ihren Namenstag. In Polen ist es wichtiger sich die Namenstage von Freunden und Bekannten zu merken, als deren Geburtstage. Analog zum Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet, findet sich in Polen eine regional angepasste Liste der liturgischen Gedenktage von Heiligen, die in dieser Region Europas gewirkt haben.

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